Montag, 09.05.2011

Studieren in einem Märchenschloß - Außenstelle der Hochschule Deggendorf "Campus Schloss Mariakirchen" offiziell eröffnet

Künftig können sich Studenten der Hochschule Deggendorf wie Schlossherren fühlen, vorausgesetzt sie wählen einen Studiengang, der am Campus Schloss Mariakirchen angeboten wird. Im Beisein von Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch wurde am gestrigen Mittwoch die vierte Außenstelle der Hochschule Deggendorf offiziell eröffnet und damit ein Meilenstein in der Entwicklung des Marktes Arnstorf gesetzt.

Die Hochschule Deggendorf ist in seiner Vorreiterrolle bekannt, nicht nur in Zentren, sondern spezielle Fachbereiche in Regionen Niederbayerns auszulagern, um dort eine noch bessere Verknüpfung des theoretischen Wissens mit der praktischen Erfahrung der Betrieb vor Ort zu erreichen. Diesen Gedanken hat die Hans Lindner Stiftung aufgegriffen und sehr schnell ein offenes Ohr beim Präsidenten der Hochschule Deggendorf, Prof. Dr. Reinhard Höpfl und den zuständigen Ministerien gefunden. Mit der Eröffnung des Campus Schloss Mariakirchen, durch Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch, wurde ein weiterer Schritt in Richtung Stärkung des ländlichen Raumes unternommen. Neben dem Institut für Existenzgründung und Unternehmertum, mit Leiter Prof. Dr. Wolfgang Dorner, sind an dem, etwas aus dem Rahmen fallenden Campus das Institut für Pflege und Gesundheitswissenschaften, mit Leiter Prof. Dr. Horst Kunhardt, das Institut für Nachhaltigkeit, Umwelt- und Energiemanagement, mit Leiter Prof. Dr.-Ing. Volker Wirth, sowie die Forschungsstelle Alternswissenschaften – eine Forschungsstelle des Instituts für Gerontologie und demografische Entwicklung an der UMIT-Universität Hall/Tirol, mit Prof. Dr. Bernd Seeberger, – angesiedelt. Prof. Höpfl bezeichnete den Mariakirchner Campus als Paradebeispiel für das „Bündnis Studieren in Bayern“, in dem Freistaat, Unternehmen und Kommunen zusammenarbeiten, um die steigende Zahl von Studierenden für die Region zu nutzen. Staatsminister Heubisch dankte der Hochschulpräsident ausdrücklich für die Unterstützung und Fürsprache für dieses Projekt eines fächerübergreifenden Netzwerkcampus zu Thema Nachhaltigkeit. „Vor einem Jahr haben wir Staatsminister Heubisch im Schlossgarten von den Visionen für einen Campus Schloss Mariakirchen erzählt“, ein Jahr später können nun das kreative Milieu eines Märchenschlosses von Lehrenden und Lernenden zum Forschen und Studieren genutzt werden. Der Vorstandsvorsitzende der Lindner Group, Hans Lindner betonte in seinen Grußworten, dass es sich die Familie Lindner zur Aufgabe gemacht habe Arnstorf voranzubringen und die regionalen Bildungschancen zu verbessern, um so ein Abwandern in die Zentren Bayerns und der Welt zu vermeiden. Der Campus Mariakirchen sei ein wichtiger Schritt zur Sicherung und Schaffung von dauerhaften Arbeitsplätzen in der Region. Bürgermeister Alfons Sittinger bezeichnete die Eröffnung der Hochschulaußenstelle in seiner Marktgemeinde als bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung. Prof. Höpfl beschreite mit der Errichtung von Technologiezentren in verschiedenen Orten Ostbayerns neue Wege und bringe Forschung und Lehre in die peripheren Räume. Zudem sorge der Präsident für einen Wissenstransfer sowie für Kooperationen zwischen Unternehmen und Hochschule. Der Technologie-Campus runde im Markt Arnstorf das Bildungsangebot, das bereits mit Gründung der Realschule erweitert werden konnte, perfekt nach oben hin ab. Besonders dankte die Marktspitze der Familie Lindner für die nicht unerhebliche finanzielle Unterstützung des Bildungssystems. „Nicht ohne Grund ist die Hochschule Deggendorf im bundesweiten Ranking oben angesiedelt“, davon ist Wissenschaftsminister Heubisch überzeugt. Viele der dort ausgebildeten Akademiker seien in der Wirtschaft erfolgreich, was vor allem an der Symbiose von Innovation und Tradition liege. Dadurch schaffe es die Hochschule auch junge Menschen vor Ort zu halten und so aktiv dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Auch die regionale Wirtschaft profitiere von den wissenschaftlichen Ergebnissen der Hochschule, unterstrich Heubisch. Deggendorf habe sich nie am Soll orientiert, sondern am Machbaren gemessen. Mit dem Studienangebot seien die Zukunftsthemen abgedeckt, insbesondere im steigenden Bedarf an akademischen Pflegeberufen. Dem großen Thema der Nachhaltigkeit nahm sich Prof. Dr. Dr. Radermacher an und fesselte mit seinen Ausführungen die Gäste aus Politik und Wirtschaft und zeigte dabei auch die ökonomischen Perspektiven in Zentren und Regionen auf. Nach den Grußworten erteilten Domkapitular Gerhard Auer und Pfarrer Robert Schön auch den Segen für den Campus Schloss Mariakirchen.

Text & Fotos: Angelika Gabor








Vor dem Campus Schloss Mariakirchen Eingang bei der kirchlichen Segnung (von links). stellv. Landrätin Edeltraud Plattner, Bgm. alfons Sittinger, Prof. Dr. Dr. Franz radermacher, Prof. Dr. Ing. Volker Wirth (Institutsleiter), Domkapitular Gerhard Auer, Pfr. Robert Schön, Hans und brigitte Lindner sowie Hochschulpräsident Dr. Reinhard Höpfl.



Bgm. Alfons Sittinger hatte für Wissenschaftsminister Dr. Wolfgang Heubisch ein "Arnstorf Aqua Vite" als Gastgeschenk.

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