Neukirchen Leonhardiumritt 2008
79 Pferde und fünf Gespanne holten sich den Segen
11. Umritt und spannende Rennen beim Leonhardiumritt in Neukirchen
Neukirchen. Zum elften Mal seit der Wiederbelebung standen Dorf und Expositur Neukirchen im Zeichen des Leonhardiumrittes.
Unter der Schirmherrschaft von Ministergattin Helma Huber wurde gleichzeitig das 300.Jubiläum der ursprünglich rein kirchlichen Veranstaltung gefeiert, die nach den Nachforschungen des Vereins zur Förderung des Leonhardiumrittes ihre Wurzeln im Jahr 1708 hat.
79 festlich herausgeputzte Pferde und Ponys mit ihren Reitern und die Fahrer der fünf Kutschen holten sich dabei den Segen des Viehpatrons.
Am Nachmittag gab es spannende Pferde- und Ponyrennen.
Am Beginn des Tages stand, wie schon vor 300 Jahren, ein Festgottesdienst in der Expositurkirche Mariä Namen, bei dem der Chor der Expositur unter anderem das alte Lied zum Heiligen Leonhard sang. Zelebrant Kaplan Emanuel Hartmann schilderte in der Statio das Leben des Einsiedlers Leonhard, zu dem viele Ratsuchende kamen, der im Jahr 559 ein Kloster gründete und bereits zu Lebzeiten schon hoch verehrt wurde.
Neben der Bitte um Schutz und Beistand für alle, die sich unter das Patronat des Heiligen gestellt haben, galt ein besonderes Gedenken dem Mitglied Ramona Sigl, die wenige Tage zuvor durch einen tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen war.
Die anschließende Parade der Rosse und Reiter rund um das Dorf, angeführt von Kreuzlreiterin Traudl Knott und ihre Begleiterinnen vom Reit- und Fahrverein Amsham, ließen sich trotz leichten Regens einige Hundert Zuschauer nicht entgehen.
Ehe Kaplan Hartmann von der Friedhofsmauer Pferden, Reitern, der Natur und Gottes guten Gaben den Segen erteilte, durfte er den Umritt in der "Pfarrerkutsche" von Albert Winterer, gezogen von den Kaltblütern Hans und Festus, miterleben.
Dahinter reihte sich die Percheronrappen Nico und Flora der Familie Sigl mit Schirmherrin Helma Huber, ihren Vorgängerinnen MdL Reserl Sem und Gabi Scholz sowie Vorstand Hans Ecker im Vis à Vis ein.
Hubert Berger vom Pferdezuchtverband Niederbayern fand in MdL Edeltraud Plattner und Arnstorfs 3. Bürgermeisterin Maria Bellmann charmante Begleiterinnen in der Kutsche vom Manfred Wachter.
Und der Nachwuchs der Leonhardiförderer ließ sich samt Vereinstaferl von Sisko und Sam, den Pferden von Dieter und Romy Keinkebrunner kutschieren.
Groß war auch die Anzahl der Reitvereine, Gruppen und Einzelreiter, die sich am frühen Morgen aus Eichendorf und Großköllnbach, aus Pfarrkirchen, Niedernkirchen, Sallach und Stierberg nach Neukirchen aufgemacht hatten.
Mit 18 Reitern und Pferden stellte der Reit- und Fahrverein Arnstorf die meisten Teilnehmer. Er wurde ebenso prämiert wie die fünf Reiter vom Knappstrupper Hof, die 60 Kilometer Anreise aus Bodenkirchen hinter sich hatten.
Besonderer Beifall bei der Vorstellung durch Evi Ecker und Tanja Golginger galt den 15 Teilnehmern vom Reiterhof Noneder in Lapperding, die den 10 Kilometer langen Weg wie immer "hoch zu Ross" zurückgelegt hatten und natürlich den vielen Reitern aus den eigenen Reihen.
Mit Dominik Hauner auf Ferdi und Sabrina Felixberger auf Maiglöckchen, beide erst drei Jahre alt, stellten die Leonhardiförderer auch die jüngsten Reiter.
Nach dem Mittagessen in der Reithalle bekundete Schirmherrin Helma Huber ihre Freude über "so viele schöne Rösser". Die Wiederbelebung und Fortführung des Umrittes bezeichnete sie als Zeugnis für Heimatverbundenheit, für die Liebe zum Pferd und den Glauben an den Segen Gottes.
MdL und stellvertretende Landrätin überbrachte den Dank und die Grüße von Landrätin Bruni Mayer für die Aufrechterhaltung einer wunderbaren Tradition in einer starken Pferderegion. Der Verein habe sich in der kurzen Zeit seines Bestehens zu Recht ein hohes Ansehen erworben, er pflege das Biotop Heimat, das weit mehr darstelle als Hab und Gut, stellte 3. Bürgermeisterin Maria Bellmann bei ihrem Glückwunsch im Namen der Marktgemeinde fest.
MdL Reserl Sem knüpfte an den Gruß der bayerischen Staatsregierung den Wunsch: "Machts weiter so, dass ma uns im nächsten Jahr wieder gsund seng.
" Weil "a Rosserer ohne Schnoiz wia a Ross ohne Schwoaf is", ließen dann die Schnoizerinnen und Schnoizer der Kudlhuber Trachtler zur Musik von Ingrid und Hans Sicheneder zum zünftigen Fuhrmannschnoiz ihre Goasln kräftig über den Köpfen der zahlreichen Besucher knallen.
Schließlich standen unter Leitung von Dr. Antonie Schachtner nach alter Tradition die Pferde- und Ponyrennen auf dem Programm. Beim ersten Wettbewerb bewiesen die Traber, dass sie durchaus auch Rennqualitäten haben.
Gewinner wie im Vorjahr und damit Empfänger der seidenen Fahne wurde Sigi Brunner auf Carlo Chips vor Ramona Stahlhofer auf Blue Chair und Michaela Stahlhofer, die wie alle "Nachzügler" einen lebendigen Gockel als Preis mit nach Hause nahm.
Im heißumkämpften Haflinger- und Shettyrennen hatten Sandra Esterl und ihre Daysie die Nase vor Rebecca Schlittmeier auf Charly, Manuela Holzner auf Dunja und Melanie Keil auf Ferdie.
Im rasanten dritten Wettbewerb auf der Runde über das Stoppelfeld ließ sich Rennpony Silverado mit Yvonne Keil im Sattel den Sieg nicht nehmen. Der kleine Manolito mit Reiterin Fraunberger kämpfte sich tapfer auf Platz zwei vor dem Tiegerschecken Sissi von Theresa Riebesecker.
Tanja Grubmüller holte sich mit ihrem Fliegenschimmel Chico Platz vier vor dem Norweger Nicki mit Reiterin Tatjana Grubmüller. Nach den Siegerehrungen waren es dann Dominik Schober, Laura Schied und Julia Golginger, die der Schirmherrin den Dank des Vereins in Form eines Rosenkranzes und einem Blumenbouquet samt gravierter Vase überreichten. (Quelle: C. Machtl)
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