Arnstorf - im Zentrum von Niederbayern

Der Markt Arnstorf liegt im Zentrum Niederbayerns und hat ca.7000 Einwohner. Umgeben zum einen von den weiten Wiesenlandschaften in den Talauen den Flüßchens Kollbach, zum anderen von der angrenzenden niederbayerischen Hügellandschaft.

Das Obere Schloss in ArnstorfDas Untere Schloss in ArnstorfDie Pfarrkirche in ArnstorfDas Altarnstorfhaus

Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. In und um Arnstorf gibt es Einkehrmöglichkeiten in Gaststätten, sei es das typisch bayerische Wirtshaus mit Biergarten, das moderne Bistro oder das exklusive italienische Restaurant.
Auch wirtschaftlich steht Arnstorf auf gutem Fundament: Viele Industrie-, Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe haben sich hier angesiedelt, so daß Arnstorf zum zweitgrößten Industriestandort des Landkreises Rottal-Inn geworden ist. Durch die gute Verkehrsanbindung an das Bundesstraßen- und Autobahnnetz (B20 und A92), ist das landschaftlich und kulturell reizvolle Arnstorf gut zu erreichen und lädt zu einem Besuch ein. Es gibt viele, das Ortsbild prägende, historische und im Detail einmalige Sehenswürdigkeiten. Attraktive Einkaufsmöglichkeiten befinden sich vor allem im Ortskern. Viele Fachgeschäfte bieten Ihnen eine attraktive Auswahl an Waren und Dienstleistungen mit perfektem Service.

Geschichte des Markts Arnstorf

Der Ortsname Arnstorf
Kupferstich des Marktes Arnstorf 18. JahrhundertArnstorf wurde erstmalig 1145 urkundlich erwähnt. Um 1130/40 ist ein Wernhart de Arnsdorf genannt. 1145 tritt ein Roudeger de Arnesdorf als Zeuge in einem Tauschgeschäft des Klosters Aldersbach mit Bischof Heinrich von Regensburg auf. Es darf angenommen werden, daß der "Namengeber von Arnstorf jener im 8. und 9. Jahrhundert besonders um Isen auftretenden Sippe angehörte, aus der der Erzbischof Arn von Salzburg ist". Das Bestimmungswort des Ortsnamens ist demnach der Personenname Arn. Das Grundwort "dorf" weist auf die Rodungsperiode vom 8. bis zum 11. Jahrhundert zurück, in der zahlreiche "dorf"-Orte entstanden, womit ein zeitlicher Zusammenhang mit jenem Bischof gegeben wäre. Der Name des Ortes läßt demnach darauf schließen, daß es sich bei dieser Siedlung um das Dorf Arn handelt.

Die Hofmark Arnstorf wird zum Markt erhoben
Um die Staatskasse zu füllen, stattete der Landesherr verdienstvolle Adelige mit besonderen Rechten aus. Die Arnstorfer Closen waren als Hofmarksherren Richter und Grundherren. Sie waren die "Herrschaft" und übten diese über Land und Leute ihres Besitzbereiches aus. 1419 wird Arnstorf Markt. Mit der Markterhebung von 1419 war mit Zustimmung der Märkte Eggenfelden und Pfarrkirchen das Recht zur Abhaltung von Jahrmärkten verbunden. Mit der Verleihung des Marktrechtes war die wirtschaftliche Grundlage für den Markt gegeben. Die Folge war eine kaufmännisch-gewerbliche Betätigung der Einwohner.

Das Marktwappen
Altes Marktwappen von ArnstorfKnappe hundert Jahre später, 1509 kennt man schon das Arnstorfer Marktwappen, ein säbelschwingender Arm, der ein altes Reichssymbol für Marktfrieden sein soll. Die Beschreibung des jetzigen Wappens lautet: "In von Schwarz und Gold gespaltenem Schild ein von links vorbrechender, in verwechselten Farben gekleideter Arm, ein silbernes Schwert mit goldenem Griff haltend". Die Farben sind diejenigen des Wappens des Closen-Geschlechts.

Das Adelsgeschlecht der Closen und deren Nachfolger
Das Wappen der ClosenDer Markt war von Beginn an in Besitz der Adelsfamilie Closen, die 1766 die Grafenkrone erhielten. Die Closen und Ihre Nachfolger besaßen ein hohes Maß an Vorrechten. Als Grundherren besaßen sie das Scharwerksrecht sowie das alleinige Jagd- und Fischereirecht. Sie genehmigten die Zunft- und Handwerksordnung. Sie waren ausgestatten mit dem Patronatsrecht. Es schließt das Präsentationsrecht, das Vorschlagsrecht, auf niedere Kirchenämter ein. Als das Geschlecht der Closen in Arnstorf Ende des 18. Jahrhunderts ausstarb, gingen die Güter durch Verehelichung 1847 auf die Grafen von Deym über.

Die Pfarrkirche
Die Pfarrkirche des Markts ArnstorfArnstorf wird 1253 erstmals als Pfarrei genannt. Die jetzige Kirche wurde im 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil erbaut. Der gotischen Einrichtung folgte eine barocke Ausstattung.
 
 

Die Schneekapelle
Die SchneekapelleSchon um die Zeit des 30jährigen Krieges stand an der Stelle, wo später die Kapelle "Maria Schnee" erbaut wurde, eine Kreuzsäule, bei der Arnstorfer ihre Anliegen der Fürbitten Mariens anvertrauten. Baujahr und Baumeister der Schneekapelle sind unbekannt. Die ungefähre Bauzeit läßt sich aufgrund des ausgeliehenen Kapitals aus der Kapellenstiftung, auf die Zeit zwischen 1723 und 1730 errechnen.
 
 

Handwerk und Gewerbe
Mit der Markterhebung 1419 und der damit verbundenen Verlegung der Jahrmärkte von Hainberg nach Arnstorf, setzte eine wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung ein. Die ansässigen Handwerker gleichen Berufes schlossen sich zu Bruderschaften zusammen, aus denen die Zünfte hervorgingen. In dem Stiftbüchel der Pfarrei Arnstorf aus dem Jahr 1515 sind drei Bruderschaften genannt: die Bruderschaft der Tuchmacher, der Lederer und Schuhmacher. Darin entwickelte sich ein reges religiöses Leben, an dem sich die gesamte Familie des Handwerkers beteiligte, an den Jahrtagen, an den vier Quatembertagen und an Begräbnissen.

Staatliche Einrichtungen

Das Amtsgericht
Als durch das Gesetz vom 4.Juni 1848 die gutsherrliche Patrimonialgerichtsbarkeit auf den Staat überging, verlor auch das "Amtshaus, ein Wohnhaus mit Amtsstube", zu Arnstorf seine Bedeutung als Gerichtshaus. Das im 18. Jahrhundert neuerrichtete Narrenhäusel, wo die Übertäter strafweise zur Schau gestellt wurden, hatte auch ausgedient. Nach einer Entschl. der Regierung von Ndb. vom 26.August 1849 wurde Arnstorf als Sitz eines Landgerichts vorgesehen. 1858 übergab der Markt an den König ein Gesuch über die Errichtung des neuen Landgerichtes. Dies wurde jedoch abgelehnt. Erst 1861 wurde für Arnstorf ein Landgericht genehmigt.

Die Post
Bevor die staatliche Post eingerichtet wurde, beförderten Boten zu Fuß oder zu Pferd Briefe, Zeitungen, Geldsäcke und Pakete an ihren Bestimmungsort. Zu diesen Botengängen waren die Arnstorfer Bürger zur Zeit der Grundherrschaft verpflichtet. In Arnstorf existierte nur eine Ablagestelle - täglich ging ein privater Fußbote nach Simbach zum Postamt. Nachden im Königreich Bayern 1808 die Post in staatliche Verwaltung übergegangen war, strebten Arnstorfer Bürger 1812 eine Postexpedition mit Poststall an. 1863 wurden Stellwagenfahrten und Botenfahrten genehmigt.

Verdiente Persönlichkeiten

  • Joseph Bill Komponist 1830 - 1901
  • Franz Dambeck Professor 1903 - 1974
  • Dr. Josef Hauber Arzt um 1900
  • Max Kanzlsperger Komponist 1886 - 1963
  • Kilian I.Weybeck Abt 1503 - 1534
  • Erhard Kutschenreuter Komponist 1873 - 1946
  • Michael Pexenfelder Richter um 1600
  • Johann Pöllmann Maler um 1900
  • Georg Sailer Pfarrer 1852 - 1923
  • Josef Schachtner Ökonomierat und Abgeordneter um 1900
Quelle: Ludwig Kitzinger "Arnstorf im Wandel der Zeit"