Kostenloser Bürgerfahrdienst gestartet

Hans Lindner-Institut ermöglicht Einrichtung - Bürgermeister Sittinger: "Historischer Moment"

Arnstorf. (ag) Seit Dienstag ist er unterwegs, der kostenlose Bürgerfahrdienst der Marktgemeinde Arnstorf.
Damit soll Senioren und Gehbehinderten ein Stück Eigenständigkeit und Mobilität ermöglicht oder zurückgegeben werden.
Bürgermeister Alfons Sittinger, auf dessen Anregung sich die Hans Lindner-Stiftung bereit erklärt hat, die anfallenden Kosten zu tragen, gab am Dienstagvormittag den offiziellen Startschuss für die Bürgerlinie und sprach von einem historischen Moment für die Marktgemeinde.
Doch dass die Umsetzung der Idee als durchaus langwierig zu bezeichnen ist, zeigten die Ausführungen von Bürgermeister Sittinger bei der offizielle Einweihung des Bürgerfahrdienstes.
Immer wieder hatten sich Senioren mit der Bitte, eine Marktlinie installieren zu lassen, an die Marktspitze gewandt. "Doch eine innerörtliche Buslinie einzuführen, gestaltete sich als äußerst schwierig und kostenintensiv. Der kommunale Buslinienverkehr ist hauptsächlich auf den Schülertransport ausgelegt und somit keine Alternative für Senioren und Gehbehinderte", berichtete der Bürgermeister.
Auch der Seniorenbeirat um seine Vorsitzende Iris Salewski machte den Bürgerfahrdienst zum Thema im Gremium und befasste sich intensiv mit den notwendigen Voraussetzungen.
Aber nicht nur die Behörden zeigten sich in diesem Fall unerbittlich, auch Taxi- und Busunternehmer schlugen Alarm, da Einbußen erwartet wurden. Nun schaltete Bürgermeister Alfons Sittinger die Hans Lindner-Stiftung ein und bat um Ratschlag. Doch so lange ein bezahlter Fahrdienst zur Debatte stand, und sei der Obolus, den die Mitfahrenden entrichten sollten, auch noch so gering, konnte keine Genehmigung erwirkt werden.
Nun befassten sich Iris Salewski und Lindner-Mitarbeiter Richard Steinbeißer mit der Thematik. Und nur eine Möglichkeit schien in Betracht zu kommen. Es muss ein kostenloser Bürgerfahrdienst eingerichtet werden. Ohne zu zögern erklärte sich Hans Lindner bereit, über die Stiftung die Anschaffungskosten für das Auto, die Sprit- und Fahrzeugunterhaltungskosten sowie die Ehrenamtspauschale für die Fahrer zu tragen.
Gefunden wurden mit Anton Eichinger, Josef Hanseder und Karl-Heinz Reinl auch drei zuverlässige Fahrer, die nun abwechselnd die Touren übernehmen. Auch sie stellen ihre Dienste ehrenamtlich zur Verfügung und erhalten lediglich eine kleine Anerkennungspauschale.
"Es ist unbezahlbar, Menschen in einem Ort zu haben, die sich zeitlich oder finanziell in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Das ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Der Seniorenbeirat macht symbolische Luftsprünge, dass nun Senioren und Gehbehinderte mit dem Bürgerfahrdienst ein Stück Lebensqualität erhalten", bekräftigte Iris Salewski und dankte, wie Bürgermeister Alfons Sittinger, der Hans Lindner-Stiftung sowie den Fahrern für ihr soziales Engagement und baten Therese Steiger und Rudolf Steinbeißer von der Firma Lindner, den Dank an Hans Lindner persönlich weiterzugeben.
Pfarrer Gerhard Auer bezeichnete Mobilität als ein hohes Gut in der Lebensqualität. Er freute sich, dass es in seinem Pfarrverband Menschen gibt, die Senioren und Behinderte nicht aus dem Blickfeld verlieren und ihre eigenen Kräfte aufwenden, um für andere Gutes zu bewirken. Pfarrer Auer übernahm auch die Segnung der Personen, die das Fahrzeug lenken und die Mitfahrenden und bat den heiligen Christopherus und den Schutzengel Raphael um ihre Fürsprache für den Bürgerfahrdienst.
Künftig steht der Bürgerfahrdienst immer dienstags von 9 bis 17 Uhr und donnerstags von 9 bis 14 Uhr zur Verfügung.
Wer den Fahrdienst in Anspruch nehmen will, melde sich einfach am Vortag unter Telefon 0170/3354850 und gibt beim entsprechenden Fahrer an, wo die Abholung stattfinden und wohin die Fahrt gehen soll.
Der Fahrdienst steht im Umkreis von zehn Kilometern zur Verfügung (siehe Karte) und kann von allen Bürgern, die nicht gut zu Fuß sind, in Anspruch genommen werden.