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Neues Betreuungszentrum für Autisten

Barmherzige Brüder investieren 15 Millionen Euro – Träger stellte Einrichtung vor

 

 

Der Plan zeigt die drei orange eingezeichneten Wohngebäude und die in rosa skizzierte Beschäftigungsstätte in der extensiv gegrünten großzügigen Parkanlage (Foto: Gabor)

Bürgermeister Alfons Sittinger (v.l.) dankte Architekt Michael Naumann, dem pädagogischen Leiter Erich Höcherl und Geschäftsführer Hans Emmert auf der Informationsveranstaltung im Kulturzentrum. (Foto: Gabor)

In den kommenden Jahren wird in Arnstorf ein neues Betreuungszentrum entstehen. Der Träger, die gemeinnützige Barmherzigen Brüder GmbH, investiert rund 15 Millionen Euro in eine Wohn- und Beschäftigungseinrichtung für Menschen mit Autismus. Bei einer sehr gut besuchten Informationsveranstaltung im Kulturzentrum stellte Architekt Michael Naumann die Bauplanungen vor. Geschäftsführer Hans Emmert gab Einblick in den zu erwartenden Betrieb der Einrichtung.

Zuvor jedoch erklärte pädagogischer Leiter Erich Höcherl die unterschiedlichen Formen des Autismus und die damit verbundenen Therapiemöglichkeiten. Oft hätten Betroffene qualitative Beeinträchtigungen in der sozialen Kompetenz, in der Kommunikationsfähigkeit, Motorik oder Sprachfähigkeit. „So unterschiedlich die Beeinträchtigungen, so vielfältig müssen die Angebote in der Therapie sein“, bekräftigte Höcherl. Manche Autisten hätten immense Inselbegabungen, die sie im normalen Arbeitsmarkt konstruktiv einbringen und somit von den Arbeitgeber sehr geschätzt sind. Menschen mit Autismus seien oft auf den ersten Blick nicht auszumachen und würden eventuell durch stereotype Verhaltensmuster oder rituale Zwänge auffallen. „Soziale Phobien oder die Tatsache, dass jede noch so kleine Veränderung im Alltag zu Überforderungen führt, ist für Autismus typisch“, merkte der Pädagogische Leiter an. Seit 20 Jahren beschäftigen sich die Barmherzigen Brüder mit Therapieansätzen, entwickeln Verhaltenstherapien mit und bilden Fachkräfte aus.

Erfahrung haben die Träger vieler medizinischer Einrichtungen bereits im Bereich betreutes Wohnen und Förderstätten. Viele davon wurden von Michael Naumann mitentwickelt und architektonisch geplant. Der Architekt zeigte anhand von Plänen, wie die 24 Wohngruppenplätze und zusätzlichen zwölf Tagesbetreuungsplätze gestaltet werden. Gefördert vom Sozialministerium und dem Bezirk wird die Einrichtung im Anschluss an das Baugebiet Wimmer G’wanden West auf einer Fläche von 12 000 Quadratmeter entstehen. Großzügig gestaltet, werden die Qualitätsmerkmale der Therapie im Bau aufgearbeitet. „Der Bau muss sich“, so Naumann, „in den pädagogischen Anforderungen widerspiegeln.“ Entstehen werden eingeschossige Gebäude, mit begrünten Innenhöfen und einer parkähnlich angelegten Einfriedung. Die kleinen Fördereinheiten würden so individualisierte Wohn- und Arbeitsbereiche ermöglichen. Ein großer Parkplatz gehört ebenso zum Gebäudekomplex. Ausgewählt wurde Arnstorf als Standort aus sechs möglichen Orten. Die Marktgemeinde besteche durch die gute Infrastruktur und die vielseitige Nahversorgung. „Ein Ort in dem Inklusion gelebt werden kann“, unterstrich Höcherl. Zwischen 15 und 18 Monate werden für die Bauphase eingerechnet. Der Baubeginn ist abhängig von den aufgelegten Förderprogrammen. Spätestens im September 2021 soll die Wohn- und Betreuungsstätte mit Leben erfüllt werden.

Bedenken meldeten einige künftige Anwohner wegen einer eventuellen Belastung durch Mehrverkehr im Siedlungsbereich. Geschäftsführer Hans Emmert stellte klar, dass die Mitarbeiter, rund 60 im Laufe des 24-Stundenbetriebs, zwar voraussichtlich mit dem Auto anfahren, die Verkehrsbelastung aber merklich geringer ist, im Vergleich zu einer Bebauung mit rund 13 Einfamilienhäuser auf dieser Fläche. Auch Bürgermeister Alfons Sittinger hob hervor, dass das Landratsamt im Genehmigungsverfahren feststellte, dass die Emissionswerte unterhalb der normalen Siedlungsbebauung liegen.

Da die Gebäude eingeschossig sind, müssen die Anwohner auch keine Sichtbeeinträchtigungen erwarten.

(Quelle: LZ)