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Und dann kam alles ganz anders

Mit Elan und Freude ist Christoph Brunner in seinem Amt als Erster Bürgermeister der Marktgemeinde Arnstorf und freut sich auf weitere Aufgaben. (Foto: Angelika Gabor)

Interview nach 100 Tagen im Amt: Bürgermeister Christoph Brunner und seine ersten Erfahrungen

Ganz neues Terrain hat Christoph Brunner betreten, als er vor 100 Tagen sein Amt als neugewählter Bürgermeister antrat. Aus leitender Position in der Wirtschaft kommend, ist er mit völlig neuen Herausforderungen konfrontiert. Als Rathauschef ist er nicht nur der Boss von 130 Mitarbeitern, vielmehr gilt es das Mittelzentrum Arnstorf im erfolgreichen Fahrwasser zu halten und neue Impulse zu setzen.

Auf seinem Schreibtisch türmen sich Akten, das Telefon unterbricht immer wieder seinen Redefluss. Gerade am Tag des Interviews mit der Landauer Zeitung ist sein Terminkalender brechend voll. Dienstzeit bis Mittag, aber auch nur weil Freitag ist, dann geht es auf den elterlichen Hof, am Nachmittag übernimmt er das Mähdrescherfahren, weil es ihm Spaß macht. Abends schlüpft er in seine Musikertracht, ein Standkonzert mit der Blaskapelle Arnstorf steht auf der Agenda. Doch sein Elan zeigt, er will alles auf die Reihe bringen, vor allem aber ist er glücklich, dass es mit seiner Wahl zum Bürgermeister geklappt hat.

Wie lief ihr erster Tag im Amt ab?

Christoph Brunner: Eigentlich habe ich zwei Versprechen gegeben. Nach der Wahl zum Skifahren zu gehen und am 1. Mai die Bürger als ihr neuer Bürgermeister beim Maibaumaufstellen zu begrüßen. Und dann kam doch alles ganz anders. Durch den Lockdown, war beides nicht möglich. Also habe ich meinen Dienst am 4. Mai im Rathaus angetreten und erst einmal das gesamte Personal begrüßt. Doch nicht lange, weil um fünf nach acht Uhr Rainer Gratz angerufen hat, um mich zu informieren, dass das Mittelalterfest verschoben werden muss. Und schon steckte ich drinnen in den Amtsgeschäften.

Wie haben Sie sich auf Ihr Bürgermeisteramt vorbereitet?

Brunner: Nachdem die Bürgermeisterschulungen fast alle gestrichen wurden, habe ich einige Digitalangebote wahrgenommen. Aber das Amt ist wahnsinnig vielschichtig. Weil es ja derzeit keine Abendtermine gibt, die meine Präsenz erfordern, nutze ich die Zeit und lese mich intensiv in die Thematiken ein. Aber nach 100 Tagen bin ich noch lange nicht fertig in der Findung. Die Herausforderung dabei ist, wenn jemand heute ein Problem hat, will der natürlich eine Lösung und kein Vertrösten. Aber es kommt mir natürlich zugute, dass ich fähige Mitarbeiter habe, die bei Fragen immer helfen können.

Welche bisherigen Erfahrungen nützen Ihnen bei den jetzigen Aufgaben?

Brunner: Es ist schon ein Vorteil, dass ich Bilanzen lesen kann, auch wenn ein kommunaler Haushalt nicht mit einem gewinnorientierten Unternehmen zu vergleichen ist. Vor allem habe ich aber Erfahrung in Personalführung. Logisch, man muss sich kennenlernen, Grenzsteine setzen, aber auch die Möglichkeit geben, sich nach dem individuellen Talent zu entfalten. Und das will ich für meine Mitarbeiter. Sie sollen in ihrem Verantwortungsbereich Handlungsfreiheiten haben, sprichwörtlich die lange Leine, wenn danach das Ergebnis stimmt. Letztlich ist eine kommunale Verwaltung ein Dienstleister und das muss auch bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen.

Wie sehen mittlerweile Ihre Arbeitstage aus?

Brunner: Meistens bin ich vor allen anderen im Rathaus. Ich bin Frühaufsteher und ich nutze gerne die Zeit, wenn noch kein Telefon klingelt und ich in Ruhe arbeiten kann. In den vergangenen Wochen waren viele konstituierende Sitzungen – Kreistag, Zweckverbände, Planungsausschuss, Gemeindetag. In den ersten beiden Wochen habe ich mich bei allen Einrichtungen des Marktes persönlich vorgestellt und erste Gespräche geführt, um zu erfahren, wo der Schuh drückt. Zudem stellt uns die derzeitige Corona-Pandemie immer neue Aufgaben und erfordert Entscheidungen. Auch Marktrats- und Ausschusssitzungen sind bereits einige gewesen und die gilt es natürlich auch vorzubereiten und nachzuarbeiten. Und glauben Sie mir (er lacht), meine Mitarbeiter sind ganz schmerzfrei, wenn ich denke mein Aktenberg wird kleiner, dann sorgen sie für Nachschub. Mein Vorteil ist, dass ich mit Druck klarkomme, die Fleischbranche, aus der ich komme, ist gnadenlos, es ist also schwer, mich aus der Ruhe zu bringen.

Welche großen Entscheidungen beschäftigen Sie aktuell?

Brunner: Dass eine neue Kläranlage gebaut wird, diese Entscheidung ist ja schon gefallen. Doch welche Planung letztendlich umgesetzt wird, das war jüngst Thema im Bauausschuss. Wegen der hohen Summe lief für die Planungen eine europaweite Ausschreibung. Die Ingenieurbüros haben ihre Pläne vorgestellt. Wir haben uns quasi im Kulturzentrum eingesperrt, um die Präsentationen anzuhören und um uns ein genaues Bild von den Verfahrenstechniken zu machen. Schließlich ist die Kläranlage ein wichtiger Entscheid, der Auswirkungen auf die kommenden Jahrzehnte hat. Es handelt sich um große Summen, die wir investieren und mit dem Geld der anderen, sprich Steuergeld, muss man sorgsamer umgehen, wie mit dem Eigenen. Auch die Wasserversorgung wird uns beschäftigen. Ich bekomme viele Anrufe von Landwirten, die ihre Nutztierhaltung bislang mit eigenen Brunnen bewerkstelligten und nun das Fernwasser brauchen. Grund ist, dass die eigenen Brunnen staubtrocken sind. Der gestiegene Bedarf bedeutet gleichzeitig, dass sich der Markt Arnstorf für die Zukunft gut aufstellen muss. Wir müssen uns schnellstens Gedanken machen, wohin die Reise geht, Zweckverband, eigene Brunnen reaktivieren oder ein ganz neuer Weg.

Wie fällt ihr eigenes Fazit zu den ersten 100 Tagen aus?

Brunner: Es gibt viel zu tun und die Bürger wollen klare Ansagen hören. Allerdings muss ich noch lernen, dass in der kommunalen Verwaltung manchmal Geduld angebracht ist, weil Entscheidungen gewisse rechtliche Mühlen durchlaufen müssen. Und mir wäre es immer am liebsten, wenn ich Anliegen sofort zur Zufriedenheit aller vom Tisch habe. Aber ich fühle mich wohl in meinem Amt und ich freu mich, dass ich Arnstorf gestalten kann. Die Marktgemeinde ist gut aufgestellt, nun gilt es sich den täglich neuen Herausforderungen zu stellen und zusammen mit dem Marktrat zukunftsweisende Entscheidungen zu treffen. Interview von Angelika Gabor
(Quelle: LZ 11.8.2020)