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Kein neuer Standort für Grundschulturnhalle

Die Entscheidung ist gefallen. Die neue Turnhalle wird am ursprünglichen Standort gebaut. (Foto: Angelika Gabor)

Arnstorfer Markträte lieferten sich hitzige Debatten bei der Vorstellung der Planungsvarianten

Sehr leidenschaftlich haben Bürgermeister Alfons Sittinger und die Markträte ihre Meinungen zum künftigen Standort der Grundschulsporthalle vertreten. Während der Großteil des Gremiums für den ursprünglichen Standort plädierte, hielten Bürgermeister und sechs Markträte die Planungsvariante von Architekt Bernhard Asböck für die bessere Wahl.

Bereits vor vier Jahren hat der Marktrat eine Sanierung der 30 Jahre alten Grundschulturnhalle ins Auge gefasst. Bei einem Termin bei der Regierung wurde deutlich gemacht, dass eine Sanierung zu kostenaufwendig ist und nur ein Neubau eine Förderung erhält. Daraufhin ist das Architekturbüro Asböck mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt worden, die in einem zweiten Schritt, auch den in naher Zukunft erforderlichen Schulhausneubau umfasst. Bei einem Ortstermin hat der Planer in der vergangenen Woche die von der Verwaltung und Schulleitung favorisierten Variante vorgestellt, um den Fraktionen Gelegenheit zur Diskussion vor der Marktratssitzung zu geben.

Diese Planung sieht einen Neubau der Turnhalle auf dem südlichen Gelände vor. Vorteil, so Asböck, Bürgermeister und Schulleitung übereinstimmend, sei, dass der laufende Schulbetrieb nicht beeinflusst wird und die bestehende Turnhalle bis zur Fertigstellung für den Schul- und Vereinssport genutzt werden kann. Nach Fertigstellung der Turnhalle am neuen Standort, könnten dann die freiwerdenden Räume im Altbau zu Betreuungsräumen für die offene Ganztagsschule genutzt werden. Unabhängig von der Turnhalle könnte dann in einem zweiten Bauabschnitt ein Schulneubau entstehen, der den veränderten Ansprüchen der modernen Pädagogik mit Differenzierungsräumen, Lerninseln und Digitalisierung gerecht wird. „Denn eines machte die Regierung auch deutlich. Das Schulgebäude aus dem Jahr 1965 genießt derzeit nur Bestandsschutz. Das heißt, der Schulbetrieb darf weiterlaufen, obwohl keine Barrierefreiheit vorhanden ist, Defizite im Brandschutz festgestellt wurden, da nur ein Fluchtweg vorhanden ist, die Hautechnik veraltet ist und das Raumkonzept mit heutigen Anforderungen nicht konform geht“, erläuterte Asböck. Auch für das zweite Gebäude, die ehemalige Mädchenschule, die unter Denkmalschutz steht, ist in Asböcks Planungen eingearbeitet. Dort könnten später die längst fälligen Räumlichkeiten für Verwaltung, Elterngespräche und Sozialarbeit integriert werden.

Schaitl entfacht Debatte

Nach der Vorstellung der Planung entfachte eine hitzige Debatte, die von Marktrat Peter Schaitl (CSU) eröffnet wurde. Er bezeichnete den Neubau an der Südseite als städtebauliche Sünde und bemängelte die Ausgliederung aus dem Schulhaus und damit weitere Wege. 30 Meter seien nicht als weiter Weg zu bezeichnen, zumal die Sporthalle sich dann an die bestehenden Außenanlagen anschließe, betonte Sittinger, der sehr emotional die von der Verwaltung bevorzugte Planungsvariante verteidigte. Von der Schule sei die Halle mit einem Verbindungsgang zu erreichen, ein Eingangshof ermögliche sogar einen externen Zugang zur Sporthalle, was für den Vereinssport von Vorteil sei. Zudem könne der Schulbetrieb während der Bauphase ungestört durchgeführt werden.

Von Planung nicht überzeugt

Nicht überzeugt von der Variante waren unter anderem Marktrat Hans Reiter, der eine kompaktere Bauweise bevorzugt sowie Therese Brandhuber oder Renate Eicher (alle LWG), die eine Verschlechterung der Busanfahrtszone oder die Belichtung des Schulhauses anführten. Arno Sonderfeld (LWG) bot an, dass zur Überbrückung der Schulsport im Mehrgenerationenhaus durchgeführt werden könnte, allerdings so der Bürgermeister, sei dies nur schwer realisierbar und auch für die Vereine sei dies keine Lösung.

CSU-Fraktionsführer Kyrill Gabor betonte, dass er sich, nach anfänglicher Skepsis von den guten Argumenten des Architekten überzeugen ließ. Ein Bau am neuen Standort werfe keine Mehrkosten auf, der Bestand bleibe unangetastet und so habe man auch keinen Zeitdruck beim Bau eines neuen Schulhauses. Das Wichtigste für ihn sei jedoch, dass nun endlich an der Grundschule investiert werde. Dies sei längst überfällig und dies schulde der Markt auch allen Kindern, dass sie beste Lernbedingungen vorfinden. Diese Meinung bekräftigte Dr. Thomas Pröckl (CSU), der betonte, dass die Grundschule bislang ein Stiefmütterchendasein führte. Jedoch sei gerade ein guter elementarer Zugang entscheidend für die gesamte Schullaufbahn. „In der Grundschule wird der Bildungskoffer fürs Leben gepackt.“ Er sei sogar dafür, dass sehr zeitnah ein Schulneubau in Angriff genommen werde und somit ein Gesamtkonzept auf den Weg gebracht wird. Auch Dr. Günther Meisetschläger (CSU) sprach sich für eine Auskopplung der Turnhalle an der Südseite aus, da man sich so mehr Möglichkeiten offen halte.

Maria Bellmann (SPD) stellte genauso wie Carola Weiner (CSU) die pädagogischen Aspekte in den Vordergrund, deshalb sei ein Schulneubau unumgänglich.

Nach zwei Stunden führte Bürgermeister Alfons Sittinger die Beschlussfassung für die von der Verwaltung und vom Architekten vorgestellte Variante herbei. Erwartungsgemäß scheiterte der Architektenvorschlag mit 14 Gegenstimmen.

LWG-Fraktionssprecher Hans Schmied stellte daraufhin den Antrag, dass die Turnhalle abgerissen wird und ein Neubau an bisheriger Stelle erfolgt. Dieser Antrag wurde im selben Stimmenverhältnis angenommen. „Eine Jahrhundertsünde“, merkte Bürgermeister Alfons Sittinger an – „eine Entscheidung, die für die Entwicklung des Grundschulstandortes fatale Folgen haben wird.“

(Quelle: LZ 29.05.2019)