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Turnhallenneubau wird zum Zankapfel

Erneut turbulente Diskussionen bei Elternversammlung nach Marktratsbeschluss

Das Wohl der Grundschüler haben Bürgermeister, Markträte, Lehrer und natürlich die Eltern im Fokus. Und einig sind sich alle, dass an der Grundschule eine neue Turnhalle gebaut werden soll. Allerdings bei der Umsetzung und beim Standort herrscht Uneinigkeit. Dabei schlägt nun der Marktratsbeschluss von vergangener Woche hohe Wellen.

Zur Erinnerung: Nach langen und hitzigen Diskussionen hatte der Marktrat mit sieben Gegenstimmen beschlossen, die bestehende Turnhalle abzureißen und an gleicher Stelle eine Neue zu errichten. Dem Beschluss war eine Präsentation von Architekt Bernhard Asböck vorausgegangen, der ebenso wie Schulleitung, Lehrer, Verwaltung, Bürgermeister Alfons Sittinger und Teile der CSU-Fraktion für einen neuen Standort am jetzigen Sportplatz plädiert hatte.

Die Marktspitze bezeichnete den Beschluss als „Jahrhundertsünde“, da zum einen die Schüler in der Bauphase von eineinhalb Jahren auf Sportunterricht verzichten müssen, für Vereine ein Trainingsort entfällt und bei einem eventuellen Neubau des Schulgebäudes mit einem neuen Turnhallenstandort vielfältigere Möglichkeiten offen stünden. Dem setzten die Befürworter des bisherigen Standorts entgegen, dass die Kompaktheit der Schule leide und man befürchte Gefahrenstellen bei der Busanfahrt. Die Schulleitung mit Rektorin Margit Jaeschke und Konrektorin Alexandra Sailer hatten daraufhin eine Elternversammlung einberufen und auch den Marktrat dazu eingeladen, wohl in der Hoffnung der Beschluss könne revidiert werden. Rektorin Margit Jaeschke erläuterte hierbei die pädagogische Sichtweise und führte an, dass sich künftig die Art der Beschulung und der damit verbundene Raumbedarf ändern werden. Sie wisse, dass der Bau eines neuen Schulhauses noch Zukunftsmusik sei, und doch sei es wichtig vorausschauend so zu planen, dass die im Lehrplan favorisierte Projektarbeit, die notwendige Differenzierung und die gewünschten Lernwerkstätten zukünftig umgesetzt werden können.

Der Abriss der Turnhalle hätte zudem gegenwärtig schwerwiegende Folgen. Da die beiden bestehenden Schulhäuser derzeit aus allen Nähten platzen, wäre das Raumangebot der jetzigen Turnhalle nach Fertigstellung der Neuen für den offenen Ganztagesbetrieb genutzt worden. Außerdem könne es in niemands Sinn sein, dass die Grundschüler eineinhalb Jahre keinen Sportunterricht haben.

Ungestörter Unterricht

Bei einem neuen Standort könne außerdem der Unterricht während der Bauphase weitestgehend ungestört abgehalten werden. Nach Fertigstellung sei die Sporthalle ein separates Gebäude, sodass bei Nutzung von Vereinen keine Beeinträchtigung im Schulablauf zu befürchten sind. Die Gefahren der Bushaltestelle sieht die Schulleitung nicht, vielmehr werde beim neuen Standort die künftige Bushaltestelle durch die Turnhalle abgeschirmt. Nach der Argumentation der Rektorin betonte Bürgermeister Sittinger, dass deutlich sei, dass beim gefällten Beschluss pädagogische Konzepte nicht einbezogen wurden, obgleich dem Gremium ein Empfehlungsschreiben der Schule für einen neuen Standort vorlag. „Ich halte es nach wie vor für einen Fehler etwas zu bauen, was die Schule nicht will“, zumal die Kosten gleich hoch seien.

Befeuert wurde die anschließend turbulente Diskussion, als Rektorin Jaeschke ihren Verdacht äußerste die Beschlussfasser denken, mit der Turnhalle sei den Grundschülern genüge getan, und als „Gegner“ des neuen Standorts bezeichnete. Fakt sei, dass die Grundschule nicht mehr zeitgemäß sei und in absehbarer Zeit eine bauliche Veränderung vorgenommen werden müsse.

Pferd von hinten gezäumt

Dr. Thomas Pröckl (CSU) ist der Meinung, dass das Pferd von hinten aufgezäumt werde und nur ein Gesamtkonzept mit baldigem Schulhausneubau Sinn mache. Und mit einem neuen Turnhallenstandort sei das Konzept am überzeugendsten. Elternbeiratsvorsitzende Heidi Meier hielt der Schulleitung vor, dass die Eltern erst nach dem Beschluss einbezogen wurden. Außerdem seien mit dem Schreiben, mit dem die Eltern zu diesem Diskussionsabend eingeladen wurden, die Kinder mit der Sachlage konfrontiert worden, dies sei falsch. „Wir als Elternbeiräte sollten für mehr gut sein, als nur zum Kuchenbacken“, merkte sie an.

Tatsächlich sei dem Elternbeirat bereits im vergangenen Jahr die Planung vorgestellt worden. Aber Jaeschke räumte ein, dass es wohl ihr Versäumnis gewesen sei, die Eltern vor der Sitzung zu informieren. „Ich war mir wohl zu sicher, dass unsere pädagogische Meinung bei der Beschlussfassung zählt und hatte nun die Hoffnung, dass noch etwas geändert werden kann“, räumte die Schulleiterin ein. Als falsche Propaganda bezeichnete Marktrat Arno Sonderfeld (LWG) den Elternabend. Er warnte auch derzeit übermäßig den Haushalt zu belasten, nachdem für das Schulzentrum und andere Investitionen Schulden aufgenommen wurden, die noch nicht abgebaut sind. Unmut äußerten auch einige LWG-Markträte, dass sie nicht von Beginn an, also bereits 2016 in die Planungen einbezogen wurden.

Kyrill Gabor stellte klar, dass er beim allerersten Ortstermin vor vier Jahren als CSU-Fraktionsführer nur seine Fraktion eingeladen hatte, da er erst einmal in diesem Rahmen sein Bestreben vorstellen wollte, dass nun an der Grundschule investiert werden müsse, zumal hoher Sanierungsbedarf vorliegt. Als dann Konzepte erstellt wurden, seien alle Markträte einbezogen worden und nach Vorlage der Machbarkeitsstudie von Architekt Asböck seien eben die beiden Möglichkeiten neuer und alter Standort übrig geblieben. Auch er halte eine Konsolidierung des Haushalts für wichtig, aber die Sparmaßnahmen sollten nicht primär an der Grundschule beginnen. Außerdem halte er es für legitim, das Gespräch zu suchen. Mit hitzigen Debatten sei niemandem geholfen.

Elternbrief schürte Wut

LWG-Marktrat Hans Reiter bedauerte den Wortlaut des Elternbriefes, der Wut geschürt habe. Einig sei man sich in der Sache des Turnhallenneubaus, doch das schulpädagogische Konzept könne er nicht nachvollziehen. „Wenn ich zu Hause baue, bau ich auch kompakt“, dies sei das ausschlaggebende Argument, zumal jede Variante Vor- und Nachteile berge. LWG-Fraktionsführer Hans Schmied machte deutlich, dass in den vergangenen Jahren für Sanierungen 700 000 Euro an der Grundschule investiert wurden.

Dass seine Fraktion nun an den Pranger gestellt werde, sei unverständlich, zumal das abgelehnte Architektenkonzept nicht schlüssig sei.

(Quelle: LZ 6.6.2019)