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Aktuelle Informationen

Millioneninvestitionen in Abwasseranlagen

Markt geht mit zwei Kläranlagen an den Standorten Arnstorf und Mariakirchen in die Zukunft

Die Zeit drängt, denn am 31. Dezember 2021 erlischt die wasserrechtliche Genehmigung für die beiden Kläranlagen in Arnstorf und Mariakirchen. Damit wäre es nicht mehr möglich, das geklärte Abwasser in die Kollbach einfließen zu lassen.

Zudem haben die in die Jahre gekommenen Anlagen erhebliche technische Defizite. „Dass die Werte den geforderten Richtlinien entsprechen, ist dem versierten Handeln von Klärwärter Stefan Hendl zu verdanken“, daran ließ Peter Baier keinen Zweifel. Der Diplomingenieur des Planungsbüros Sehlhoff hatte in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt verschiedene Planungsvarianten entworfen und jeweils die Investitionskosten, laufende Jahreskosten und Projektkostenbarwerte ermittelt. Darüber hinaus wurden die Baunebenkosten für Planung (15 Prozent Bau-, 20 Prozent Maschinentechnik) sowie Prüfstatik (fünf Prozent) und sonstige Nebenkosten mit drei Prozent berücksichtigt. Die Ergebnisse der aufwendigen Untersuchung stellte Baier dem Marktratsgremium detailliert vor:

Klar stellte Baier, dass eine interkommunale Kläranlage für Arnstorf und Roßbach am Standort Mariakirchen aus dem Rennen ist. Da diese einen hohen Kostenaufwand für Pumpleitungen beinhaltet, lägen die anteiligen Kosten für den Markt Arnstorf bei über 17,4 Millionen. Dies wären rund sechs Millionen mehr, als bei den Varianten, die alleine für den Markt ausgearbeitet wurden.

Nun stand die Frage im Raum, ob man nach einer Sanierung den Standort Mariakirchen erhalten soll oder eine größere Gesamtanlage in Arnstorf gebaut wird und die Kläranlage Mariakirchen aufgelassen wird. Vorweggenommen, der Marktrat entschied sich für eine Ertüchtigung der Mariakirchner Anlage und einer Gesamtsanierung am Stadtort Arnstorf. Damit folgte das Gremium auch den Empfehlungen des Planers. Ganz aktuell konnte Bürgermeister Alfons Sittinger dazu berichten, dass das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf das Einverständnis für den Betrieb in Mariakirchen erteilt, wenn diese entsprechend ertüchtigt wird.

Keine Einleitung von industriellen Abwässern

Dazu erklärte Baier, dass vor allem die Einleitung der Abwässer aus der Konservenfabrik, explizit in den Kampagnenzeiten, nicht mehr möglich ist. Der Unternehmer sei diesbezüglich informiert worden. Der Fabrikant habe sich offen gezeigt, die stark verschmutzen Abwässer bei sich zu sammeln und entweder in Eigenverantwortung auszubringen oder an die Kläranlage Arnstorf zu transportieren. Entsprechende Verträge werden diese Maßnahmen regeln. Die Ertüchtigung der belüfteten Teichkläranlage in Mariakirchen ist seitens des Planers dann nicht notwendig. Um jedoch eine gezielte Kohlenstoffelimination (Ausschluss des Kohlenstoffs) zu gewährleisten, ist eine Sanierung der Bestandsanlage nötig. Der Kostenaufwand im Vergleich zu einer Festbettanlage wäre ungleich geringer. Auf Nachfrage aus dem Gremium, ob zwei Klärstandorte einen höheren Personal- und Wartungsaufwand nachziehen, konnte Baier verneinen. Auch Pumpstationen und Druckleitungen bedürfen einer Kontrolle, der personelle Aufwand sei somit gleich. Die Anlage in der Hofmark kann nach dem Ausschluss der industriellen Abwässer für 750 Einwohnerwerte (EWG) ausgelegt werden. Hier werde auch künftigen Siedlungserweiterungen genügegetan.

Die Kläranlage Arnstorf wird auf 13 000 EWG ausgelegt. Etliche Teile aus dem Bestand können ertüchtigt in der neuen Kläranlage genutzt werden. Die Pumpstation werde erhalten, eine neue Rechenanlage integriert und ein Zweistraßensystem gebaut. Nach der mechanischen Reinigung, bei der die groben Abwasserbestandteile entfernt werden, befinden sich noch gelöste Stoffe, hauptsächlich Harnstoffe (Kohlenstoff-Stickstoff-Verbindungen) und Phosphate im Abwasser. Diese werden in der biologischen Reinigungsstufe entnommen. Das Abwasser gelangt nun in die Belebungsbecken. Hier übernehmen Kleinlebewesen (Einzeller, Bakterien) die weitere Reinigung. Befürchtungen, dass eine Geruchsbelästigung erfolgen könne, konnte Baier zerstreuen, da keine Faulstoffe entstehen. „Wenn es bislang wenig bis keine Geruchsbelästigung gab, wird es nach der Ertüchtigung noch weniger geben“, betonte Baier. Durch die Schlammentwässerung fällt zudem erheblich weniger Klärschlamm an. Das Abwasser wird auf 25 Prozent Trockensubstanz gepresst und das Presswasser kann dann zurückgeführt werden.

Erträgliche Kostenumlegung auf Bürger

Die Kosten werden sich auf rund 11,7 Millionen Euro belaufen, wobei der Markt eine Förderung von rund 1,45 Millionen Euro erwarten kann. Um die Kosten, die von Gesetzeswegen auf die Bürger umgelegt werden müssen, möglichst erträglich zu halten, lässt der Markt vom kommunalen Prüfverband Varianten errechnen.

Es besteht die Möglichkeit Sanierungsbeiträge zu erheben oder über die Wassergebühren zu verrechnen. „Für die Kostenumlegung gibt es kein Patentrezept. Doch ich bin mir sicher“, so Bürgermeister Alfons Sittinger, „dass der Marktrat eine adäquate Lösung für die Bürger beschließen wird.“

(Quelle: LZ 20.09.2019)