• img
  • img
  • img

++++++

Dienststellen

Rathaus Arnstorf Marktplatz 8
94424 Arnstorf
Telefon 08723 9610-0

Öffnungszeiten

Rathaus

Montag bis Freitag:
08.00 – 11.45 Uhr
13.30 – 16.30 Uhr

Mittwoch und Freitag Nachmittag geschlossen.

Stadtplan.de - Einfach besser finden

Online Stadtplan vom Markt Arnstorf

Der neue Stadtplan des Markt Arnstorfs.
Öffnet einen externen Link in einem neuen FensterZum Stadtplan

Bürger-App des Marktes Arnstorf

Bürger-App des Marktes Arnstorf

Die neue App jetzt für Android und iOS downloaden.
PDF mit QR-Codes

Dahoim in Niederbayern

Dahoam in Niederbayern

Infoportal für die Region
... do mog i lebn!

Öffnet externen Link in neuem FensterZum Infoportal

Aktuelle Informationen

Gefällte Linden erregen Gemüter

Führten bei der Ortsbesichtigung eine lebhafte Diskussion um drei gefällte Linden am Kellerberg: von links: Karl Heinz Koller von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt, Hermann Koch, Herbert Weiß und Vorsitzende Katrin Veicht von der Ortsgruppe Kollbachtal des Bund Naturschutz und Bürgermeister Alfons Sittinger. (Foto: Machtl)

Arten- und Naturschutz vor Sicherheit für Menschen und Verkehr – oder umgekehrt?
Intensive Diskussion um drei gefällte Linden am Kellerberg

Absolut sinnvoll und notwendig oder total unnötig oder zumindest übereilt und ohne Gutchachten durchgeführt? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Ortstermins am Kellerberg samt intensiver Diskussion. Auslöser für das von Katrin Veicht als Vorsitzende der Ortsgruppe Kollbachtal des Bund Naturschutz organisierten Treffens war die Fällung von drei Linden aus einer Allee am Kellerberg, die für viel Aufregung gesorgt hat. Für die Gemeinde als Eigentümer war Bürgermeister Alfons Sittinger dabei, die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt wurde von Karl Heinz Koller vertreten, als Fachkraft für Natur und Landschaftspflege im Landkreis brachte sich Andreas Stolhofer ein, weitere Teilnehmer waren Mitglieder des BN, Franz Meinl von der BN-Ortsgruppe Landau und aufgebrachte Nachbarn. „Die Gemeinde hat die Pflicht, die Bäume zur Sicherheit von Menschen, Verkehr und Gebäude auf abgestorbene Äste zu prüfen. Dafür wurde wie jedes Jahr eine Hebebühne angemietet. Bauhofmitarbeiter haben beim Abschneiden der Äste bei den drei Linden Hohlräume im Innern festgestellt, diese bildlich festgehalten und mir gezeigt“, ging Bürgermeister Sittinger zunächst auf die Ausgangssituation ein. Beim Telefonat mit Karl Heinz Koller von der Unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt habe ihm dieser versichert, dass kein Schutzstatus als Naturdenkmal vorhanden sei und die Linden jederzeit gefällt werden dürfen. Dies habe er so an den Bauhof weiter gegeben und die Fällung für eine Woche später vereinbart,  so Sittinger. „Weil kurzfristig kein Termin frei war“, erklärte Koller auf die Frage, warum vorab keine Besichtigung erfolgt oder ein Gutachten erstellt worden sei. Die Besichtigung hätte eine Woche später stattfinden sollen. Eine kurzfristige Zeitkapazität und die Tatsache, dass die gemietete Hebebühne jeden Tag Geld kostet, haben den Bauhofleiter veranlasst, die Fällung vorzeitig und ohne weitere Information an den Rathauschef durchzuführen. Katrin Veicht und ihre Mitstreiter waren der Meinung, dass die Bäume, auch wenn sie im Kern hohl sind, keine Gefahr darstellen würden und dass zumindest die Stämme hätten stehen bleiben können.  „Dafür gibt es leider kein Verständnis“, bedauerte Veicht, „auch wenn eine über 100-jährige Lindner  ökologisch total wertvoll ist. Eine Anwohnerin verwies darauf, dass im weiteren Verlauf der Allee ein Baum mit Kette gesichert worden sei und keine Probleme mache, „warum nicht hier, die komplette Fällung ist Wahnsinn“, so ihre Meinung. Den Einwand, dass an der Straße Kellerberg sowieso Parkverbot bestehe und somit kein Auto durch herabfallende Äste beschädigt werden könne, hielt der Bürgermeister entgegen, dass trotzdem Autos fahren, Kinder eventuell auf der ruhigen Straße spielten oder Menschen gehen. „Die Pflicht für Sicherheit zu sorgen, nimmt der Gemeinde niemand ab, es ist absolut sinnvoll was gemacht wurde“, betonte der Rathauschef, dessen positive Einstellung zur Natur und ihrem Schutz eigentlich allseits bekannt ist. Koller betonte, grundsätzlich gebe den Ausschlag, ob und wie die Verkehrssicherheit gewährleistet werden können, dann werde entschieden, ob Artenschutz oder Sicherheit den Vorrang haben. „Möglichst groß und nach Beratung mit der Unteren Naturschutzbehörde, wahrscheinlich wieder Linden, denn diese Allee gehört zum Kellerberg und soll auch bleiben, aber sobald ein Sicherheitsmangel festgestellt wird, müssen wir reagieren und Entscheidungen treffen,“, versicherte Sittinger auf die Frage, ob denn an Ersatzpflanzung gedacht sei. Wie Katrin Veicht nach dem Ortstermin telefonisch mitteilte, wurden bei genauerer Untersuchung im Hohlraum der gefällten Bäume zahlreiche Nachweise für wichtige Insekten und ganz viel Fledermauskot gefunden, „ein Beweis, dass die Linden von den Fledermäusen als Sommerquartier benutzt wurden.“                                         
(Quelle: RA 30.01.2020)